Marokko baut seine maritime Präsenz über ein Hafennetz aus, das von Tanger Med im Norden über Nador West Med im Osten bis zum Projekt Dakhla Atlantique im Süden reicht, wie das marokkanische Medium El Hadat 24 berichtet.
Die Projekte sind Teil einer Vision, die geografische Lage des Königreichs nahe der Straße von Gibraltar in einen logistischen und kommerziellen Hebel zwischen Europa und Afrika zu verwandeln.

Für die Bevölkerung von Nador und des Rif ist Nador West Med das zentrale Element dieser Ausrichtung: Die beiden Containerterminals sollen zusammen eine Kapazität von 5,3 Millionen Containern pro Jahr erreichen, sobald sie fertiggestellt sind.
Diese Zahl verdeutlicht das erwartete industrielle, logistische und kommerzielle Geschehen im Osten des Landes und die möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Region.

Zugleich soll die Erweiterung von Tanger Med über das Projekt „Tanger Med 3“ eine zusätzliche Kapazität von 4,5 Millionen Containern jährlich bringen, womit der gesamte Komplex auf rund 20 Millionen Container käme.
Der Hafen Dakhla Atlantique wiederum verfolgt Ziele, die über den Handel hinausgehen: Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung und Stärkung der Verbindung Marokkos mit seinem afrikanischen Hinterland.

Diese im Oktober 2026 veröffentlichten Angaben spiegeln einen Wandel der Rolle von Häfen wider, die nicht mehr nur Kaianlagen zum Empfang von Schiffen und Löschen von Containern sind, sondern strategische Güter im Wettbewerb um Welthandel und Lieferketten.
Marokko will damit ein integriertes Hafennetz aufbauen, das für industrielle, logistische und kommerzielle Investitionen attraktiver ist.

Die Quelle nennt keinen Zeitplan für die Fertigstellung der beiden Containerterminals von Nador West Med und keine Investitionssumme für die einzelnen der drei Projekte.